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Nebel, Nickligkeiten und eine verschenkte Führung

Ü 32 spielt nur Remis gegen den TV Badenstedt

Artikel vom 3. November 2026

Im dichten Nebel auf dem Sportplatz an der Adenser Straße empfing die Ü 32 den TV Badenstedt. Das teilweise defekte Flutlicht gab sich redlich Mühe, brachte aber nur eine Art Kerzenschein-Atmosphäre auf den Platz. Schiedsrichterin Celine Hendrischk pfiff die Partie trotzdem pünktlich an. Dass sie an diesem Abend das komplette Kartenspiel brauchen würde, ahnte sie da noch nicht.

Das Abtasten war nach elf Minuten beendet: Nach schöner Kombination über mehrere Stationen musste Tobias Roehl nur noch einschieben, 1:0. Auf dem rutschigen Rasen waren Flachschüsse das Mittel der Wahl. Zweimal hintereinander versuchte es der Gast damit, zweimal war Keeper Sascha Möhring zur Stelle. Roehl machte es besser. In der 20. Minute erhöhte er mit links auf 2:0. Unhaltbar war der Ball nicht, er rutschte dem gegnerischen Torwart eher durch die Hände. Aber rutschig ist eben rutschig.

Drei Zeigerumdrehungen später ersprintete sich Tobias Tomaschewski in der Defensive den Ball und zog direkt nach vorne. Pass auf Roehl, Drehung um den Gegenspieler, Flachschuss mit der linken Klebe, 3:0 (24.). Roehl, der Mittelfeldstratege, traf damit schon zum 13. Mal in dieser Saison.

Dann kam die 27. Minute, und mit ihr eine Unachtsamkeit in der Abwehr, die der TVB zum 3:1 nutzte. Mehr Zählbares bot der erste Durchgang nicht. Die Aufregung wurde für Halbzeit zwei aufgespart.

Pausentee mit Nebenwirkungen

Und die kam prompt. Ein strammer Fernschuss in den oberen Knick brachte die Gäste auf 3:2 heran (45.). Fortan wurde das Spiel zerfahrener und vor allem unruhiger. Auslöser war ein vermeintlicher Einwurf an der Gästebank. Im Altherrenfußball lässt wohl die Schnelligkeit nach, die Meinung jedoch nie. Torabschlüsse gab es keine mehr, dafür intensive Zweikämpfe. Beide Teams konzentrierten sich nun aufs nächste Wort statt auf spielerische Akzente. Badenstedt gewann dabei die Spielhoheit und glich in der 58. Minute zum 3:3 aus.

Danach entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bei dem das Mittelfeld konsequent übergangen wurde. Nichts für Fußballfeingeister, eher etwas für Freunde des Tischtennis-Prinzips. Die besseren Chancen hatten nun wieder die Gastgeber: Patrick Stehr köpfte nach guter Hereingabe ohne rechten Druck, und Roehl scheiterte mit einem Distanzschuss am Querbalken. Für die erneute Führung der Blau-Weißen sorgte schließlich Markus Tomaschewski (76.).

Ab da wurde es richtig wild. Kurz vor Ende der regulären Spielzeit dezimierte sich der TSV mit einem mehr als unnötigen Platzverweis selbst. Der trotz allen Durcheinanders souverän agierenden Schiedsrichterin blieb nun nichts anderes übrig, als in der ersten Minute der Nachspielzeit auch den gegnerischen Trainer mit der Ampelkarte vom Platz zu stellen. Ausgleichende Gerechtigkeit, wenn auch auf unterstem Niveau.

Den Schlusspunkt unter diese noch lange nach dem Abpfiff diskutierte Partie setzte dann doch wieder der Gast. Die Überzahl bescherte Badenstedt große Freiräume, und die nutzte der TVB zum 4:4 (80+4). Ein Punkt, der sich für den TSV nach einer 3:0-Führung anfühlt wie ein Abend, an dem man das Portemonnaie im Taxi vergessen hat.