Zum Hauptinhalt springen

Ein ganzes Dutzend

Ü32 lässt Stern Misburg trotz Flutlicht im Dunkeln stehen

Artikel vom 13. Oktober 2026

Die Vorzeichen vor dem Gastspiel beim FC Stern Misburg am 8. Spieltag waren widersprüchlich. Einerseits hatten die Schulenburger beide bisherigen Duelle gegen den FC verloren, das letzte gar mit 0:6. Andererseits zierte Misburg mit einem mageren Pünktchen aus sechs Spielen das Tabellenende. Die Ausgangslage versprach also zumindest die Chance auf Wiedergutmachung.

Schon die äußeren Bedingungen machten wenig Hoffnung auf einen fußballerischen Leckerbissen. Nach einem verregneten Tag war der Platz eher ein Fall für entschlossene Grätschen als für feines Tiki-Taka. Dazu kam das Flutlicht, unter dem die schwarzen Trikots der Gastgeber kaum von den dunkelblauen Jerseys der Gäste zu unterscheiden waren. Wer beim Zuspiel nicht genau hinsah, musste schon auf die unterschiedlich gefärbten Hosen vertrauen. Ein visuelles Experiment, das sich der moderne Fußball vermutlich anders vorgestellt hatte.

Nach dem Fehlstart kommt der Torhunger

Sportlich begann der Abend mit einem kleinen Rückschlag: Tobias Roehl scheiterte kurz nach dem Anpfiff vom Achtmeterpunkt. Es hätte der Auftakt zu einem zähen Auswärtsspiel werden können. Wurde es aber nicht. Stattdessen übernahm Joscha Wodniczak das Kommando und traf in der dritten und fünften Minute, ehe er in der 13. Minute seinen lupenreinen Hattrick perfekt machte. 3:0 nach gerade einmal 13 Minuten – die Schulenburger hatten offenbar wenig Interesse daran, die Partie unnötig spannend zu gestalten.

Ganz ohne Gegenwehr wollte Misburg den Abend allerdings nicht verstreichen lassen. Nur eine Zeigerumdrehung nach dem dritten Treffer gelang den Hausherren das 1:3. Kurz blitzte die Möglichkeit auf, aus dem Spiel noch eine Begegnung zu machen. Doch die Hoffnung hielt ungefähr so lange wie die weißen Hosen der Gäste sauber blieben.

Roehl, der seinen verschossenen Elfmeter offenbar nicht bis zum nächsten Spieltag mit sich herumtragen wollte, stellte in der 15. Minute auf 4:1. Martin Drewniok erhöhte zwei Minuten später auf 5:1, ehe Mike Gebhardt in der 32. Minute den Pausenstand von 6:1 herstellte. Schulenburg hatte die Verhältnisse geklärt. Und zwar gründlich.

Wer nun glaubte, die Gäste würden sich nach dem Seitenwechsel auf Ergebnisverwaltung verlegen, hatte die Rechnung ohne ihren Torhunger gemacht. In der 49. Minute erzielte Drewniok seinen zweiten Treffer des Abends zum 7:1. Misburg verkürzte sechs Minuten später auf 2:7, doch die Antwort der Blau-Weißen ließ nicht lange auf sich warten: Roehl stellte den alten Abstand wieder her. Lars Müller erhöhte in der 58. Minute auf 9:2.

Damit war auch der letzte Versuch der Gastgeber, die Anzeigetafel noch einmal etwas freundlicher aussehen zu lassen, weitgehend gescheitert. Das 3:9 in der 64. Minute sollte Misburgs letzter Treffer des Abends bleiben. Ein Tor, das am Spielverlauf wenig änderte und eher den Charakter einer höflichen Erinnerung daran hatte, dass auch die Gastgeber noch auf dem Platz standen.

Das Dutzend ist voll, der Liveticker am Limit

Schulenburg dagegen war noch nicht fertig. In der 69. Minute erzielte Gordon Brunkau sein erstes Tor für die Altherren – ein persönlicher Meilenstein in einer Partie, in der die individuellen Erfolgserlebnisse inzwischen beinahe im Minutentakt verteilt wurden. Steffen Mroz legte in der 73. Minute das 11:3 nach. Drei Minuten später machte Drewniok mit seinem dritten Treffer des Abends das Dutzend voll.

12:3. Ein Ergebnis, bei dem selbst ein gut sortierter Liveticker ins Schwitzen geraten kann. In der mannschaftsinternen WhatsApp-Gruppe dürfte jedenfalls einiges an Zählkunst gefragt gewesen sein.