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Drei schlechte Minuten zu viel

Ü32 verliert gegen die SV Croatia zweites Spiel in Folge. Nach 80 intensiven Minuten steht es 4:6.

Artikel vom 31. August 2026

Weil der SV Croatia aus Hannover kein Flutlicht zur Verfügung stand und das Zeitfenster bis zum Einbruch der Dunkelheit von der eigenen Ü50 beansprucht wurde, tauschte man auf Wunsch der eigentlichen Gastgeber kurzerhand das Heimrecht. Gespielt wurde am 3. Spieltag der 7er 1. Kreisklasse, Staffel 3 also dort, wo der TSV ohnehin schon zum dritten Mal in dieser Saison seine Taschen auspackte: auf dem heimischen Sportplatz an der Adenser Straße.

Ein ausgebildeter Schiedsrichter ließ sich auf die Schnelle nicht auftreiben. Also griff der verletzte Joscha Wodniczak zur Pfeife. Und machte seine Sache auch mit Hilfe von zwei absolut fairen Mannschaften so unauffällig gut, dass man ihn eigentlich nur erwähnen muss, weil es im Kreisklassenfußball auch anders laufen kann. Sehr anders.

Munteres Hin und Her im ersten Durchgang

Fußball gespielt wurde übrigens auch. Und zwar durchaus ansehnlich. Croatia hatte zunächst mehr Ballbesitz und wirkte spielerisch etwas gefälliger. Das erste Tor erzielte trotzdem der TSV – wenn auch mit freundlicher Unterstützung des gegnerischen Torwarts.

Steffen Mroz setzte in der 18. Minute zu einem Distanzschüsschen an. Norman Schiering ließ den Ball bewusst passieren, was den gegnerischen Schlussmann offenbar vor eine philosophische Frage stellte: Halten oder durchlassen? Er entschied sich für Letzteres. Der Ball rutschte auf dem durch den nachmittäglichen Regenguss noch leicht feuchten Untergrund unter seinem Fuß hindurch. Das erste Saisontor des offensiv sehr umtriebigen Defensivspezialisten Mroz in der 18. Minute.

Croatia zeigte sich wenig beeindruckt. Nur vier Minuten später stand es 1:1, weil die TSV-Defensive den Gästen beim Ausgleich etwas zu viel Bewegungsfreiheit gewährte. Drei Minuten später war das Spiel endgültig gedreht: 1:2 (25.). Zwei Gegentore, bei denen sich die Gastgeber jeweils nicht gerade als Abwehrbollwerk präsentierten.

Immerhin: Der TSV hatte die passende Antwort parat. Lars Müller servierte, Norman Schiering vollstreckte flach und schon stand es in der 30. Minute wieder 2:2.

Dann wurde es kurz skurril. Nach einer kurz ausgeführten Ecke zirkelte Mehl einen Schuss – halb Flanke, halb Torschuss - aus spitzestem Winkel derart wuchtig an den hinteren Innenpfosten, dass der Ball von dort am Keeper vorbei an den anderen Innenpfosten klatschte – nur um anschließend doch nicht die Linie zu überqueren. Im direkten Gegenzug bewahrte dann der Querbalken den TSV etwas glücklich vor dem erneuten Rückstand.

Bratwurstpause? Noch nicht.

Als die ersten Zuschauer gedanklich bereits bei Bratwurst und Kaltgetränk angekommen waren, schlug Croatia noch einmal zu. In der 40. Minute fiel das 2:3 – erneut ohne übermäßigen Widerstand der TSV-Defensive. Halbzeit. Psychologisch ungünstiger kann man sich einen Zeitpunkt kaum aussuchen.

Die Halbzeitpause dauerte ziemlich genau eine Zigarettenlänge des Schiedsrichters. Was die Coaches der Ü32 in dieser Zeit zu ihren Spielern sagten, bleibt Betriebsgeheimnis. Fest steht: Es zeigte Wirkung. Nur vier Minuten nach Wiederbeginn bediente Mehl erneut Schiering. Der ließ den Keeper schlecht aussehen, traf gegen dessen Laufrichtung und stellte auf 3:3. Alles wieder offen. Zumindest theoretisch.

Denn dann kam die Phase, in der sich das Spiel gegen den TSV entschied. Der an diesem Abend bärenstarke Sascha Möhring bekam bei den Treffern zum 3:4 und 3:5 in der 48. und 51. Minute jeweils noch die Fingerspitzen an den Ball. Nur leider nicht genug davon. Innerhalb weniger Minuten war aus Hoffnung ein deutlicherer Rückstand geworden.

Als wäre das nicht schon unerfreulich genug, musste Torjäger Schiering anschließend nach einer Verletzung ohne Fremdeinwirkung vom Platz. Gute Besserung an dieser Stelle! Die Offensive verlor damit spürbar an Wucht.

Croatia hatte nun endgültig Oberwasser und nutzte in der 64. Minute eine Überzahlsituation nach einem einfachen Ballverlust des TSV in der Vorwärtsbewegung eiskalt aus: 3:6.

Das 4:6 durch Markus Tomaschewski (69.), der sich zuvor stark durchgesetzt hatte, war am Ende nur noch Ergebniskosmetik.

So blieb am Ende ein Spiel, in dem der TSV einem spielerisch und läuferisch starken Gegner über weite Strecken ordentlich Paroli bot. Einen großen Anteil daran hatte Torwart Möhring, der seine Mannschaft mehrfach im Spiel hielt.

Den Unterschied machten letztlich zwei kurze Phasen aus, in denen die Defensive ihre Ordnung verlor und Croatia genau das tat, was gute Mannschaften eben tun: Sie bestraften es.

Die SV Croatia nahm die drei Punkte daher verdient mit nach Hannover. Der TSV bleibt mit der Erkenntnis zurück, dass an diesem Abend durchaus etwas drin gewesen wäre. Man hätte dem Gegner nur nicht ganz so regelmäßig die Tür aufhalten dürfen.