Torfestival mit kleinen Schönheitsfehlern

Neunmal getroffen, viermal eingeladen: Die Ü32 feiert gegen Grasdorf gelungenen Heimauftakt.
Artikel vom 17. August 2026
Eine Woche nach dem verdienten Ausscheiden in der ersten Runde des Ü32-7er Kreispokals gegen den langjährigen Lieblingsgegner aus Ingeln-Oesselse (0:7) war die Gelegenheit zur Wiedergutmachung günstig: Am ersten Spieltag der 1. Kreisklasse Staffel 3 empfing die Ü32 des TSV die SV Germania Grasdorf.
Nachdem die vergangene Saison vor allem von Verletzungspech und nachlassender Trainingsbereitschaft geprägt war und deshalb etwas unter den Erwartungen endete, konnte Spieltagscoach Markus Tomaschewski personell aus dem Vollen schöpfen. In Abwesenheit der etatmäßigen Trainer Dennis Ulrich und Matthias Möhle standen ausreichend Spieler zur Verfügung. Einige Abgänge langjähriger Weggefährten wurden durch neue Gesichter kompensiert. Und als dann auch noch die neuen Trikots ausgepackt wurden, war die Vorfreude auf die neue Saison endgültig größer als die Erinnerung an die Pleite aus der Vorwoche.
Tag der offenen Tore
Zu Beginn der Partie tasteten sich beide Mannschaften zunächst vorsichtig ab. Was auf dem Kleinfeld ungefähr so lange dauerte, bis der erste Stürmer feststellte, dass heute offenbar niemand übermäßig großen Wert auf defensive Ordnung legte.
Bei der ersten nennenswerte Chance nach neun Zeigerumdrehungen scheiterte Norman Schiering noch. In der 18. Spielminute machte er es dann besser – zumindest indirekt. Ein langer Ball fand Schiering auf dem rechten Flügel, der ihn rechts mitnahm und mustergültig in die Mitte ablegte. Mike Gebhardt musste bei seinem ersten Tor für die Ü32 nur noch den Fuß hinhalten und schob zum 1:0 ein.
Die Gastgeber hatten nun mehr vom Spiel, doch auch die Germanen aus Grasdorf kamen zu ihren Chancen. In der 25. Minute wurde es dann mathematisch interessant: Zwei Grasdorfer liefen auf TSV-Keeper Möhring zu. „2 gegen 1 ist unfair“, heißt es nicht ohne Grund. Möhring blieb beim 1:1-Ausgleich folgerichtig nur die Rolle des Statisten. Die Blau-Weißen ließen sich davon allerdings nicht beeindrucken und zündeten zwischen der 28. und der 33. Minute ein kleines Offensivfeuerwerk. Tobias Roehl erzielte zunächst mit seinem sehenswerten Premierentreffer das 2:1. Kurz darauf schickte Schiering den Torwart ins Leere und bediente erneut Roehl, der heute keine Einladung ausschlug und zum 3:1 einschob. Benjamin Mehl, der für ein weiteres Jahr als Teamkapitän gewählt wurde, erhöhte direkt im Anschluss auf 4:1.
Drei Tore Vorsprung - auf dem 7er-Kleinfeld allerdings ungefähr so beruhigend wie eine 2:0-Führung in der 89. Minute. Das sollte sich umgehend bestätigen. Grasdorf kam noch vor der Pause zurück und verkürzte in der 33. Und 38. Minute auf 4:3. So blieb trotz der zwischenzeitlichen TSV-Dominanz zur Halbzeit vor allem die Erkenntnis, dass man Tore offenbar lieber schoss, als sie zu verhindern. Die souveräne Schiedsrichterin Celine Hendrischk schickte beide Teams schließlich zum Pausentee.
TSV auch im zweiten Durchgang treffsicher
Nach der Pause dauerte es nicht lange, bis der TSV den alten Abstand wiederherstellte. Auf Hereingabe von Gebhardt traf M. Tomaschewski in der 42. Minute zum 5:3.
Vier Minuten später war der Vorsprung allerdings schon wieder auf ein Tor zusammengeschmolzen. Wer nun Erinnerungen an das Pokalspiel aus der Vorwoche bekam, als der TSV nach der Pause komplett einbrach und sechs Gegentore kassierte, durfte kurz nervös werden. Diesmal allerdings blieb die Mannschaft über die gesamte Spielzeit stabil – ein durchaus erfreulicher Fortschritt.
Während Grasdorf langsam das sprichwörtliche Pulver verschossen hatte, spielte der TSV weiter nach vorne und zeigte dabei eine bemerkenswerte Treffsicherheit. Tobias Roehl machte in der 48. Minute seinen Dreierpack perfekt und erhöhte auf 6:4 - damit war die Wahl zum „Man of the Match“ nur noch Formsache.
In der 57. Minute durfte sich auch Norman Schiering für seine bis dahin eher uneigennützige Vorstellung belohnen. Nachdem er zuvor vor allem als Vorlagengeber geglänzt hatte, trug er sich mit dem 7:4 nun selbst in die Torschützenliste ein. Für endgültige Ruhe sorgte Patrick Stehr in der 59. Minute. Aus der Distanz traf er zum 8:4 und sorgte damit dafür, dass selbst größte Pessimisten nicht mehr ernsthaft an eine Grasdorfer Aufholjagd glaubten.
Anschließend nahmen beide Mannschaften etwas Tempo aus der Partie. Der Drops war gelutscht, die Messe gelesen und vermutlich auch der eine oder andere Gedanke schon beim anschließenden Kaltgetränk.
Das letzte Wort gehörte schließlich erneut Gebhardt. In der 79. Minute markierte der Neuzugang seinen zweiten Treffer und setzte mit dem 9:4 den Schlusspunkt unter einen torreichen und gelungenen Heimauftakt.








