0:5 verloren, Moral bewiesen

Mit dem letzten Dutzend in Grasdorf
Artikel vom 15. März 2026
Mit dem verbliebenen Rest des Personals haben die Herren des TSV Schulenburg bei Germania Grasdorf II nicht viel zu bestellen gehabt. Der unangefochtene Tabellenführer der 3. Kreisklasse 3 feierte beim 5:0 (4:0) verdientermaßen seinen elften Sieg im elften Spiel und strebt damit unaufhaltsam dem Aufstieg entgegen. Doch auch die unterlegenen Blau-Weißen punkteten.
Sie sammelten Karma-Punkte. Angesichts von mittlerweile mehr verletzten als einsatzfähigen Spielern im Kader war beim Primus nichts anderes zu erwarten als eine böse Klatsche. Man hätte es sich theoretisch auch leicht machen und wie schon in der Hinrunde nicht antreten können. Praktisch war das aber keine Option, und so rollte pünktlich ab 10 Uhr der Ball am wunderbar bespielbaren Platz am Oheweg.
Trainer im Tor, Torhüter im Sturm
Es ließ sich durchaus ordentlich an aus Sicht der Schulenburger, bei denen Trainer Rafael Ocheduska im Tor stand und Torhüter Dennis Waldt als Sturmtank auflief. Über 90 Minuten arbeitete die personelle arg gebeutelte Mannschaft meist geschlossen nach hinten, kombinierte sich immer mal wieder gefällig von vorn nach hinten und hatte auch die ein oder andere Gelegenheit.
Klar feldüberlegen waren aber natürlich die Gastgeber, die individuell erheblich besser besetzt waren. In der 12. Minute erzwangen sie per Eigentor ihren Führungstreffer, mit einem sehenswerten Schuss aus 20 Metern legten sie beizeiten nach (19.). Per direkt verwandeltem Freistoß (41.) und nach Fehlpass im Aufbauspiel unmittelbar vor dem Pausenpfiff (45.) machten sie beizeiten den Deckel drauf.
Defensiv mit Biss, offensiv mit Willen
Es hätte im zweiten Abschnitt eine unangenehm deutliche Nummer werden können. Doch erstens agierten die Platzherren nicht mehr über die Maßen zielstrebig und zweitens stimmte die Moral beim TSV, an diesem Tag machte sich das auch mal verbal bemerkbar. Defensiv weiterhin mit Biss, offensiv bis zum Schluss mit dem Willen zum Ehrentreffer – so war das alles genau richtig.
Beim Abpfiff des souveränen Schiedsrichters Bartels konnten also beide Teams durchaus zufrieden sein, nicht rundum, aber irgendwie auch schon. Für Schulenburg gilt es nun, in den spielfreien Wochen die Wunden zu lecken, zum Arzt zu gehen, wieder fit zu werden, den Kader zu füllen – und dann im April endlich wieder an den Saisonstart anzuknüpfen.
